Nicht immer hält Spielzeug auch das, was es auf den ersten Blick verspricht. Ich sehe genau hin!

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Montag, 24. November 2014

Chicco Billy Bigwheels- Ein ferngesteuertes Auto für die Jüngsten

Ein Auto soll es werden, das man ohne Kabel fernsteuern kann. Dabei so viele Funktionen wie möglich und so leicht wie möglich zu bedienen. Chicco bietet das fernsteuerbare Auto Billy Bigwheels in rot und gelb an. Wenn man es so ansieht, sind alle Anforderungen erfüllt. Wir haben uns vor rund einem Jahr für die gelbe Varianten entschieden und damit dem Weihnachtsmann für unser damals etwas über zwei Jahre altes Kind etwas unter die Arme gegriffen. Ob das ein guter Griff war?

So sieht Billy Bigwheels von oben aus.
Was Billy Bigwheels kann:

Der Hersteller empfiehlt sein Produkt ab 24 Monaten. Es hat je einen Knopf zum Vorwärts und Rückwärtsfahren. Wenn man einen Fahrtknopf drückt und dabei gleichzeitig das Lenkrad dreht, fährt Billy eine Kurve in die entsprechende Richtung. Es kommen noch Soundeffekte und leuchtende Autoscheinwerfer dazu. In der Mitte des Lenkrades ist ein bei uns gelber Knopf angebracht, der das Auto hupen lässt.

An der vorderen Achse ist ein weißer Einstellhebel, wo man erst mal die Achslage justieren muss. Sonst fährt auch mit absolut gerade gehaltenem Lenkrad Billy im Kreis herum. Da sollte man als Erwachsener nach der besten Einstellung suchen. Bei uns liegt sie dort, wo der Hebel wenige Millimeter nach rechts verschoben ist. Ich frage mich zwar, warum so eine Einstellmöglichkeit notwendig ist und man das Auto nicht gleich justiert verkauft. Aber wenigstens kann man es justieren.
An dem kleinen, weißen Hebel werden die Räder gerade gestellt.

Wie ein zweijähriges Kind mit der Steuerung zu Rande kommt:

Die Angaben ab zwei halte ich für sehr optimistisch. Unser Kind ist von Natur aus neugierig und kann sich lange auf ein Spielzeug einlassen, das es interessiert. Aber dem Multitasking sind in dem Alter noch enge Grenzen gesteckt. Von daher fielen die ersten Benutzungsversuche eher amüsant aus. 

Die Lieblingsfunktion war von Anfang an die Hupe. Das Fahren war da weniger interessant im Vergleich. Schön, dass sich da die Lautstärke im erträglichen Maß bewegte. Zumindest mit Akkus. Batterien habe ich nicht ausprobiert.

Abwechselnd konnte mein Kind mit zwei Jahren dann einzeln den Pfeil für das Vorwärtsfahren oder für das Rückwärtsfahren drücken. Die Freude war groß, dass das Auto fährt. An ein gleichzeitiges Lenken war damals trotz Anleitung noch nicht zu denken. Das Auto fuhr also im Autoscooter Modus durch die Wohnräume. Der Weichnachtsbaum war permanent in akuter Gefahr.

Dadurch, dass die Räder sehr weit um das Auto heraus ragen, stößt er zuerst mit den Rädern an. Unsere Möbel sind zum Glück robust und haben die Kollisionen gut überstanden. Ob ich aber das Auto noch mal holen würde, wenn wir teure Designermöbel mit empfindlichen Hochglanzfronten oder Glastüren hätten? Ich glaube nicht.

Spaß hatte mein Kind auf jeden Fall. Aber die Lenkung ist viel zu kompliziert um im angegebenen Alter von zwei Jahren auch nur ansatzweise beherrschbar zu sein.

Positiv ist, dass bisher keine Verletzungen durch das Auto vorgekommen sind. Die Kanten sind alle schön abgerundet. Es ist noch nichts abgebrochen. Der Zwischenraum zwischen Kotflügel und Rad ist so groß, dass sich mein Kind noch nicht gezwickt hat.

Hier die Seitenansicht von Billy Bigwheels.


Chicco Safari Park, Alternative für Zweijährige

Für eines der großen Kinder hatte ich früher mal auch von Chicco ein ferngesteuertes Auto gekauft, das aussieht wie das Modell Safari Park heute. Die Farbe war zwar anders, aber die Fernbedienung ist heute noch das gleiche Prinzip. Ob das Modell heute noch so gut ist wie das von damals, weiß ich nicht. Aber da war die Fernbedienung viel einfacher zu handhaben. Für jede Richtung musste man jeweils nur einen Knopf drücken. So konnte man auch einfach per Knopfdruck um die Kurve fahren. Wer ein Auto von Chicco für die aller jüngsten Kinder ab zwei sucht, dem würde ich eher zum Modell Safari Park raten und hoffen, dass es noch so ist, wie damals.

Wie fährt Billy Bigwheels mit einem drei Jahre alten Kind?


Mittlerweile hat mein Kind verstanden, was das Wörtchen gleichzeitig heißt. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass es die Lenkung virtuos beherrscht. Aber zumindest versucht es jetzt, zu lenken und das Auto nach seinem Willen zu steuern. Das klappt immer noch nicht so ganz so leicht. Es rumpelt und kracht doch immer wieder, weil es noch zahlreiche Unfälle gibt. Vielleicht sind die aber auch gewollt, weil mein Kind das mittlerweile gewohnt ist, dass zu Billy einfach mal Crashtests dazu gehören? Aber mit ein wenig mehr Übung wird das bald klappen. Das Auto einem etwa drei Jahre alten Kind zu schenken, halte ich für die bessere Idee. Dieses Alter ist deutlich realistischer.

Auch in dem Alter ist das Auto noch eine Herausforderung an die Fähigkeit, mehrere Sachen gleichzeitig zu erledigen. Da das heute aber durchaus wichtig ist, finde ich diese Herausforderung in dem Alter gut. Zudem regt das Auto auch die Motorik und altersgerechte Bewegung an. Einerseits die Feinmotorik, die richtigen Knöpfe in passenden Moment zu drücken. Andererseits muss das Kind dem Auto auch hinterher laufen, um sehen zu können, wo es gerade ist und was es gerade macht. So kann man auch gemütlichere Kinder aus der Reserve locken und mit Spaß zur Bewegung bringen.

Und wie geht es dem Auto nach den Crashtests?

Wir haben das Auto zwar mittlerweile ein Jahr, aber es wurde nicht durchgängig und regelmäßig bespielt. Zwischendrin waren einfach auch mal andere Spielzeuge interessanter. Oder die Akkus waren wo anders eingebaut und daher nicht verfügbar. Es wurde nicht im Dauergebrauch aber schon immer mal wieder bespielt. Neben den Crashtests wurde auch das Lenkrad über den Boden gerutscht und auch mal unsanft in die Ecke geworfen, wenn Billy nicht gehorsam sein wollte und der Frust zu groß war.

Mittlerweile geht die Hupe nicht mehr, genauso wie die anderen Sounds. Als Elternteil finde ich das gar nicht so schade. Es stört mich auch nicht sonderlich, wenn Spielzeuge keine Geräusche machen, obwohl die Geräusche hier durchaus auch einen Zweck erfüllt haben. Der Nachwuchs findet das aber gar nicht lustig, dass Billy nicht mehr hupt, denn natürlich kann man sich in dem Alter schon dran erinnern, dass das mal anders war. Wie genau das passiert ist, weiß ich nicht. Und nur wegen dem Geräusch will ich das Auto, wo der Lautsprecher eingebaut ist auch nicht zerlegen. Ich vermute aber, dass schlicht eine Lötstelle abgelöst sein wird. Schön ist aber, dass dieser Ausfall keine weiteren Ausfälle nach sich zieht und der Stromkreis zum Lautsprecher offensichtlich nicht mit den anderen Funktionen verheiratet ist.

Einiges an Kratzern hat die Fernbedienung abbekommen. Abgebrochen ist noch nichts. Billy sieht noch sehr gut aus. Auch hier ist nichts zerbrochen, der Aufdruck ist noch nicht verkratzt, die Farbe nicht verblichen und die Räder sitzen auch noch fest.
Die Unterseite der Fernbedienung hat am meisten gelitten. 


Wie sieht das mit der Stromversorgung aus?


Ich bin generell ein Freund von Akkus. Gerade bei Spielsachen ist das sinnvoll. Obwohl vom Hersteller nicht extra angegeben, funktioniert Billy Bigwheels auch mit den Akkus Eneloop von Sanyo. Die stehen nach meinen Erfahrungen normalen Batterien aus dem Discounter in nichts nach. So lässt es sich auch verschmerzen, dass Billy relativ großen Hunger hat. Ich habe das nicht ausgemessen, oder mit anderen ferngesteuerten Autos verglichen. Aber es ist ja klar, dass Fahren und die Produktion von Funksignalen mehr Energie verbraucht, als beispielsweise irgendwelche Geräte, die nur Geräusche oder matte Lichter produzieren. Mit Batterien würde ich ihn allerdings nicht betreiben wollen, da es auch gute Alternativen gibt.

Positiv ist, dass die Akkus zumindest für das Auto selbst zuerst in so eine Art Kunststoffkäfig gelegt werden. So spart man sich das popeln nach Batterien, die sich in engen, tiefen Fächern verfangen haben. Man erhält damit eine Art Akkupack, den man gut einlegen oder entnehmen kann. Auch das Einlegen der Batterien in den Akkupack oder das Entnehmen daraus geht prima. Außerdem hält der Käfig die Batterien bei einem Crash schön am Platz, so dass man nicht ständig die Batterien neu einlegen muss. In jedem der vier Fächer des Batteriehalters ist ein klar erkennbares Symbol angebracht, in welche Richtung man die Batterie einlegen muss.
So sieht der Batteriehalter aus.


Auf der Unterseite von Lenkrad und Auto sind Ausschalter zu finden. Das heißt, dass man damit den Energieverbrauch auf ein Minimum senken kann, wenn man das Auto mal ein paar Tage oder Stunden zur Seite legen möchte. Kinder denken daran allerdings nicht immer zuverlässig, so dass man da am besten nachkontrolliert.

Das Auto benötigt vier Batterien der Größe AA. Die Fernsteuerung benötigt drei Batterien der Größe AAA.

Wie ist die Straßenlage des Flitzers?

Richtig auf der Straße habe ich ihn noch nicht getestet. Wenn ich mich nicht irre, stand sogar in der Anleitung, dass Billy dafür gar nicht geeignet ist. Aber ich kann mich da auch irren. Abgesehen davon finde ich es eher sinnlos, zweijährige Kinder in der Öffentlichkeit solche Autos lenken zu lassen. Viel zu schnell fährt das Spielzeug dann versehentlich auf die Straße und das Kind würde sich möglicherweise los reißen um das Spielzeugauto zu retten. Das Risiko wäre mir persönlich zu groß.

Auf unserem glatten Linoleum in den Wohnräumen fährt er jedoch prima. Jeder Reifen hat in der Mitte eine streifenförmige Gummieinlage, die für guten Antrieb sucht. Diese erkennt man auch auf dem Bild oben, dass die Unterseite zeigt. Die Reifen greifen gut. Sie hinterlassen bei uns trotzdem keine Bremsstreifen auf dem Boden. Auch mit Spielteppichen und den kleinen Höhenunterschieden zwischen Bodenbelag und Spielteppich kommt Billy Bigwheels problemlos klar. Aber über Bauklötzchen und dergleichen herumliegendes Spielzeug fährt er nicht.

Wer hat Angst vor Billy Bigwheels?

Die Kinder nicht. Dafür sorgt schon sein freundlich lächelnder Gesichtsausdruck, der ihn wirklich knuffig aussehen lässt. Aber ganz klar unsere Katzen. So ein gelbes Objekt ist ihnen nicht ganz geheuer und sie verziehen sich lieber in höhere Wohnlagen, wenn Billy Bigwheels seine Runden dreht. Kleineren Hunden wird es möglicherweise ähnlich gehen.

Was können Kinder mit so einem Spielzeug lernen?

Gerade kleine Wörtchen wie links, rechts, oben, unten sind nicht so einfach zu lernen. Mit den Richtungsbezeichnungen liegen sogar manche Erwachsene noch im Clinch. Wenn man das Kind begleitet, wie es das Auto lenkt, kann man spielerisch Aufgaben einbauen, dass das Auto jetzt links oder rechts fahren soll. Beispielsweise, um ein Hindernis zu umfahren. Neben den täglichen Übungen beim Anziehen der Kleidung ist das ein natürlicher Lernanlass.

Ähnliches gilt für die Richtungsangaben vorwärts und rückwärts. Auch die bedürfen einiger Übung. Da der Rückwärtsgang bei Billy Bigwheels mit einem Warngeräusch begleitet ist, das vielleicht eine Art Einparkhilfe imitieren soll, kann man die beiden Richtungen nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren unterscheiden.

Das mit dem Erlernen der Richtungen mag unwichtig klingen. Aber eine gute Orientierung im Raum ist nicht nur später wichtig, wenn man sich in einer unbekannten Stadt alleine zurecht finden muss. Es hilft auch ungemein beim Erlernen des Rechnens. Das werde ich in einem anderen Beitrag hier mal genauer erklären, damit ich hier nicht zu weit vom Thema abkomme.

Unser Kind hat mit seinem Billy Bigwheels auch gelernt, was Batterien und Akkus sind und was es bedeutet, wenn Batterien leer sind. Auch, dass man Akkus wieder aufladen kann, damit wieder Energie drin ist. Sicherlich versteht ein drei Jahre altes Kind noch nicht, was Strom wirklich ist. Aber zumindest ist da eine Möglichkeit zu erkennen, was Strom unter anderem bewirken kann. Da in vielen Schularten der Unterricht in Technik recht kurz kommt, ist das ein Lernfeld, dass möglichst auch im Elternhaus angeschnitten werden sollte. 

Auch die Frage, dass das Auto einen Motor hat, kann man so langsam anbahnen, weil der Hersteller da mit Motorgeräuschen nachgeholfen hat, die man sonst bei einem so kleinen Elektromotor eher nicht hören würde. Von daher finde ich die Ausstattung mit den Geräuschen schon wieder sinnvoll, denn sie trägt dazu bei, dass die Kinder ein erstes Verständnis entwickeln können und das Geräusch hat somit einen tieferen Sinn, der über den Spaß hinaus geht.

Würden wir ihn wieder kaufen?

Unser Jüngstes hat neulich den Billy Bigwheels im Laden in der Farbe rot gesehen. "Ich will den auch haben!" Wurde da lautstark verkündet. Von daher: Kinder sehen das nicht so kritisch, dass so ein fern gesteuertes Auto nicht perfekt fährt und nehmen das nicht so übel, wie man das als Erwachsener vielleicht denkt. Das ist eher wohl ein Ehrgeiz, den Erwachsene und ältere Kinder entwickeln, dass das perfekt funktionieren soll.

Ob wir ihn wieder holen würden? Nach der Erfahrung sicher nicht mehr für ein so junges Kind. Da würde heute unsere Wahl doch eher wieder auf die Alternative Safari Park von Chicco fallen, auch wenn ich Billy Bigwheels schöner finde. Er blieb für das Alter blieb Billy Bigwheels einfach hinter den Erwartungen zurück, auch wenn er das Kind nicht entmutigt hat. Schädlich ist es nicht und ein paar Herausforderungen, an denen die Kinder fühlbar wachsen können sind letztlich auch was gutes.

Gut zu reinigen ist er auch. Zwar wird so ein Auto in der Wohnung nicht sonderlich dreckig, aber für den Fall der Fälle kommt man mit einem Lappen gut an alle Stellen ran. Das ist gut, weil man so ein elektrisches Gerät nicht eintauchen kann oder einweichen.

Für ein drei Jahre altes Kind würde ich ihn durchaus wieder kaufen, aber nicht früher. Auch ältere Kinder im Vorschulalter und frühen Grundschulalter haben damit noch einigen Spaß. Schade ist zwar, dass die Hupe nicht mehr geht, aber vielleicht haben wir einfach ein Montagsgerät erwischt. Aber da die eigentlich wichtigen Funktionen noch gegeben sind, lässt sich das aus unserer Sicht verschmerzen.

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